Verhütungsmittel
Hormonelle Verhütungsmethoden
Wofür werden sie verwendet?
Hormonelle Verhütungsmittel gehören zu den zuverlässigsten Methoden zur Schwangerschaftsverhütung und sind in Deutschland weit verbreitet. Sie wirken durch die Freisetzung von Hormonen, die den Eisprung verhindern und die Gebärmutterschleimhaut verändern. Diese Methoden bieten einen Schutz von über 99 Prozent, wenn sie korrekt angewendet werden, und ermöglichen vielen Frauen eine sichere Familienplanung.
Die Antibabypille
Die Pille ist eine der beliebtesten Verhütungsmethoden in Deutschland und wird von Millionen Frauen täglich verwendet. Es gibt kombinierte Pillen, die Östrogen und Gestagen enthalten, sowie Minipillen mit nur Gestagen. Bekannte Marken sind beispielsweise Yasmin, Valette, Maxim und Diane 35. Die Pille wird täglich eingenommen und muss zur gleichen Zeit erfolgen, um die maximale Wirksamkeit zu gewährleisten. Wichtig zu beachten ist, dass die Pille nicht vor Geschlechtskrankheiten schützt.
Der Verhütungsring und das Verhütungspflaster
Der Vaginalring wird in die Scheide eingeführt und gibt kontinuierlich Hormone ab. Das Verhütungspflaster wird auf die Haut geklebt und wirkt ähnlich wie die Pille. Beide Methoden bieten eine sichere Verhütung für drei Wochen beziehungsweise eine Woche und müssen dann gewechselt werden. Diese Alternativen sind ideal für Frauen, die die tägliche Pilleneinnahme vergessen oder eine komfortablere Lösung bevorzugen.
Die Hormonspritze
Die Depotspritze wird alle zwölf Wochen gespritzt und enthält das Hormon Medroxyprogesteronacetat. Sie bietet zuverlässigen Schutz und ist besonders praktisch für Frauen, die nicht täglich an Verhütung denken möchten. Die Hormonspritze ist reversibel, kann aber eine Weile dauern, bis die Fruchtbarkeit nach Beendigung wieder eintritt.
Intrauterinale Verhütungsmittel
Die Spirale – Kupfer und Hormon
Intrauterinale Verhütungsmittel werden in die Gebärmutter eingesetzt und gehören zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden mit einer Sicherheit von über 99 Prozent. Die Kupferspirale setzt Kupferionen frei, die Spermien inaktivieren und so eine Befruchtung verhindern. Die Hormonspirale gibt Gestagen direkt in die Gebärmutter ab und beeinflusst den Eisprung. Beliebte Modelle sind die Kupferspiralen wie Paragard und Hormonspiralenpräparate wie Mirena oder Kyleena.
Anwendung und Haltbarkeit
Die Spirale wird vom Gynäkologen in die Gebärmutter eingesetzt. Die Kupferspirale kann fünf bis zehn Jahre verbleiben, während die Hormonspirale je nach Modell drei bis fünf Jahre wirkt. Die Insertion ist eine kurze ambulante Untersuchung, die nur wenige Minuten dauert. Nach dem Einsetzen müssen regelmäßige Kontrollen erfolgen, um sicherzustellen, dass die Spirale korrekt sitzt.
Vorteile dieser Methode
Intrauterinale Verhütungsmittel erfordern nach dem Einsetzen keine weitere Anwenderpflicht, was sie besonders benutzerfreundlich macht. Sie beeinflussen nicht den Hormonhaushalt des Körpers, besonders die Kupferspirale. Sie können jederzeit entfernt werden und die Fruchtbarkeit kehrt sofort zurück, was diese Methode auch für Frauen mit Kinderwunsch interessant macht.
Barrieremethoden
Das Kondom
Das Kondom ist die einzige Verhütungsmethode, die auch vor Geschlechtskrankheiten schützt und daher für Prävention unverzichtbar ist. Es wird über den Penis gezogen und verhindert das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter. In Deutschland sind verschiedene Marken erhältlich wie Durex, Trojan und Sagami. Das Kondom bietet einen Schutz von etwa 95 Prozent bei richtiger Anwendung. Es ist ohne Rezept in jeder Apotheke erhältlich und eine der kostengünstigsten Verhütungsmethoden.
Das Diaphragma und die Portiokappe
Das Diaphragma ist eine Gummikappe, die vor dem Geschlechtsverkehr über dem Muttermund positioniert wird und als mechanische Barriere wirkt. Die Portiokappe funktioniert nach dem gleichen Prinzip, sitzt aber direkt auf dem Muttermund. Beide Methoden müssen mit Spermizid kombiniert werden. Sie bieten einen moderaten Schutz und werden heute seltener verwendet, da neuere Methoden zuverlässiger sind.
Spermizide
Spermizide sind Cremes, Gels oder Schäume, die Spermien abtöten oder deaktivieren. Sie sind in deutschen Apotheken unter verschiedenen Namen erhältlich. Diese Methode hat eine Sicherheit von etwa 70 Prozent und wird meist in Kombination mit anderen Methoden verwendet. Spermizide werden direkt vor dem Geschlechtsverkehr angewendet und bieten zusätzlichen Schutz.
Natürliche und mechanische Verhütungsmethoden
Die Kupferkette und das Kupferperlenball-System
Diese innovativen Verhütungsmittel sind neuere Alternativen zur klassischen Spirale und bieten Frauen mehr Optionen. Die Kupferkette hat eine höhere Beweglichkeit in der Gebärmutter und wird auch bei Frauen mit ungünstiger Gebärmutterform empfohlen. Das Perlenball-System funktioniert nach ähnlichen Prinzipien. Beide sind in deutschen Kliniken verfügbar und werden von vielen Fachleuten empfohlen.
Natürliche Verhütungsmethoden
Die symptothermale Methode kombiniert die Beobachtung der Körpertemperatur und Zervixschleim-Veränderungen zur Bestimmung der fruchtbaren Tage. Die Ovulationstests messen die Hormonausscheidung im Urin. Diese Methoden erfordern hohe Zuverlässigkeit und Disziplin und sind nicht für alle Frauen geeignet. Sie bieten keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten.
Zeitbasierte Methoden
Die Knaus-Ogino-Methode basiert auf der Berechnung des Zyklus und der Vorhersage des Eisprungs. Diese Methoden erfordern regelmäßige Zyklen und genaue Dokumentation. Der Schutz liegt bei etwa 75 bis 88 Prozent. Sie sind kostenlos, erfordern aber intensive Aufmerksamkeit und Disziplin von der Frau.
Permanente und Notfall-Verhütung
Sterilisation für Frauen und Männer
Die Tubenligatur ist ein chirurgisches Verfahren zur permanenten Unfruchtbarmachung von Frauen. Die Eileiter werden durchtrennt oder verschlossen, sodass Eizellen nicht zur Gebärmutter gelangen können. Bei Männern wird die Vasektomie durchgeführt, bei der die Samenleiter durchtrennt werden. Diese Methoden bieten über 99 Prozent Sicherheit. Sie sollten als permanente Lösung betrachtet werden und erfordern reifliche Überlegung.
Die Notfallverhütung
Die Pille danach ist eine Notfallverhütung, die bis zu 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann. Präparate wie Levonorgestrel und Ulipristal sind in deutschen Apotheken erhältlich. Diese Methode verursacht keine Abtreibung, sondern verhindert oder verzögert den Eisprung. Die Wirksamkeit ist umso höher, je schneller sie angewendet wird. Die Notfallverhütung sollte nicht als reguläre Verhütungsmethode verwendet werden.
Wahl der richtigen Verhütungsmethode
Beratung und Sicherheit
Die Wahl der Verhütungsmethode ist persönlich und sollte mit einem Gynäkologen besprochen werden. Verschiedene Faktoren spielen eine wichtige Rolle:
- Alter und Lebenssituation
- Gesundheitszustand und Nebenwirkungsempfindlichkeit
- Lebensstil und Zuverlässigkeit bei der Anwendung
- Persönliche Vorlieben und Komfortniveau
- Wunsch nach Schutz vor Geschlechtskrankheiten
- Kinderwunsch und Familienplanung
Der Pearl-Index beschreibt die Zuverlässigkeit jeder Methode. Es ist wichtig, eine Methode zu wählen, die Sie konsequent anwenden können.
Kombinierte Verhütung
Viele Menschen nutzen kombinierte Verhütungsmethoden für zusätzliche Sicherheit und optimalen Schutz. Die Kombination von Hormonen und Barrieremethoden bietet maximalen Schutz vor ungewollter Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten. Diese Strategie ist besonders sinnvoll bei neuen Partnern oder für Menschen mit erhöhtem Geschlechtskrankheiten-Risiko.
Verfügbarkeit in Deutschland
In Deutschland sind alle gängigen Verhütungsmittel in Apotheken oder durch ärztliche Verschreibung erhältlich. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für Verhütungsmittel bis zum 20. Lebensjahr, was vielen jungen Frauen Zugang zu modernen Methoden ermöglicht. Ältere Frauen müssen die Kosten selbst tragen, mit Ausnahme bei ärztlicher Notwendigkeit. Unser Apothekenteam berät Sie gerne zur richtigen Wahl.